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Hier bei den Fahrtberichten findet ihr mehr oder weniger ausführlich gestaltete Berichte zu den Touren die wir mit unserem scharz-weiß-blauen Bully in all den Jahren unternommen haben.

Da sich über die Jahre inzwischen sehr viele Berichte angesammelt haben, sind sie für den besseren Überblick chronologisch geordnet.

 

Malibu-Beach on Tour

Bericht vom 01.09.2013

Früher sind wir mal zum HSV gefahren, in der weisen Voraussicht, dass unser Verein zumindest nicht verliert, wahrscheinlich sogar gewinnt. Es wurden auf der Fahrt fleißig HSV-Lieder gesungen, Bier und Cola-Korn getrunken. 

Wie ich allerdings auf meiner Fahrt zum HSV gegen Braunschweig feststellen musste ist heutzutage alles anders. Wenn´s gut läuft erhofft man sich gegen einen Aufsteiger ein Unentschieden, hört die Lieblingsmusik des neuen Schalkers Dennis Aogo „Sch… drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“, und anstatt Bier und Korn gibt es Szenegetränke wie „Malibu“.

Zum zweiten Heimspiel der Saison waren vom Bully Markus, Thomas und ich dabei. Als Gäste durften wie Rolf G., Christan H., Sven T., Melanie T. sowie Markus F. begrüßen.

Die Hinfahrt verlief ziemlich normal, mit der oben beschriebenen Ausnahme, dass selbst eingefleischte Schnaps-Verehrer nunmehr ausschließlich Malibu zu sich genommen haben. Ein Getränk mit dem ich persönlich mich noch nicht ganz anfreunden kann.

Im Stadion angekommen mussten wir feststellen, dass unsere Gäste aus Braunschweig eine riesige Fangemeinde haben. So gut gefüllt wie an diesem Samstag war der Gästeblock schon lange nicht mehr. 
Anpfiff!

Kurz zum Spiel: In den ersten Minuten schreckte der Aufsteiger keineswegs vor der mächtigen Kulisse des Volksparks zurück und erspielte sich ansehnliche Chancen. Viele HSV-Anhänger befürchteten dann schon einen ähnlichen Ausgang wie in den letzten Wochen. Im Laufe des Spiels stellte sich dann allerdings heraus, dass der Aufsteiger doch noch nicht die nötigen Mittel besitzt um gegen einen selbsternannten „Im-nächsten-Jahr-Europa-League-Teilnehmer“ mithalten zu können. Spätestens nach dem 2:0 war der Bann gebrochen und die Braunschweiger ergaben sich ihrem Schicksal. Unterm Strich sprang letztendlich ein verdientes 4:0 dabei heraus.


Das im Volkspark nicht viel zu holen war erkannten auch die Braunschweiger Fans und legten ab der ca. 70 Minute den Schalter um von Fan auf Hooligan. Und so fingen sie an, im Gästebereich große Wunderkerzen mit rotem Lichterschein zu entzünden. Anscheinend wussten die Aufsteiger noch nicht, dass das in der 1 Liga leider verboten ist. Und schon kamen unsere netten Freunde von der Wache um mal kurz für Ordnung zu sorgen. Natürlich sollten auch Sie noch was vom Spiel haben. Bekamen sie auch. Denn es flogen reichlich gut gefüllte Bierbecher auf die gut gepolsterten Beamtenhelme. Schade nur, dass sie im Dienst waren und nichts trinken durften. Das es nun langsam an der Zeit war die aufgeheizte Stimmung im Gästeblock der Stimmung im gesamten Stadion anzupassen erkannten auch die Braunschweiger. Anstatt aber nett mit uns zu feiern, sprangen viele von Ihnen über den Zaun, um in den anliegenden Blöcken ebenfalls für Unruhe zu stiften. Es entwickelten sich tumultartige Szenen. Aber wo ist dein Freund und Helfer wenn du ihn brauchst? Keine Angst, er kommt. Auch wenn etwa spät, aber letztendlich erklärten sich doch einige der anwesenden Ordnungshüter bereit ihre Kaffepause zu beenden und die Herausforderung der Gäste anzunehmen. Nachdem Schlagstockeinsätze in den letzten Jahren ein vermehrt schlechtes Bild abgegeben haben, hatten die die Ordnungshüter eine neue, wie sie meinten „fairere“ Art ausgedacht um gegen die Gegner vorzugehen. Einen Kopf hat ja schließlich jeder, und so ist das Verteilen von Kopfnüssen gegen Fans doch eine faire Geste. Der Stärke gewinnt halt. War ein bisschen blöd für die Braunschweiger, dass sie bei diesem kleinen Contest keine Helme trugen. Im Gegensatz zu den Wachtmeistern. Die Krankenwagen sollten genug um die Ohren gehabt haben…

Natürlich waren die Braunschweiger von diesem Vorgehen nicht angetan und versuchten nach dem Spiel außerhalb des Stadions ein bisschen Dampf abzulassen. Klappte anscheinend auch ganz gut. Als wir gegen 18.00 Uhr noch gemütlich am Bully standen kamen vier stark lädierte  HSV-Fans aus dem Gebüsch. Diese wurden kurz vorher von den zornigen Gästen derart in ihre Schranken gewiesen, dass ihre Mobilität sehr stark eingeschränkt war. Dies armen Vier habe ich dann noch schnell zum nächsten Sanitätsbereich gefahren. Markus wollte auch kurz mit, biss aber dann doch auf die Zähne. War nicht so schlimm. Er kennt das ja schon wenn man sich die Hand in der Schiebetür des Bullys klemmt. Allen eine gute Besserung.

Nach dem Spiel habe ich die meisten Gäste dann beim Weinfest in Zeven abgesetzt. Hier wurden sie freundlich von Ralph P. in Empfang genommen. 

Ich für meinen Teil habe mal wieder dazugelernt und muss sagen, dass ich in den nächsten Jahren wohl kein Auswärtsspiel bei diesen nicht ganz toleranten Braunschweigern verbringen werde. Vermutlich haben wir dazu aber eh nur noch einmal in der kommenden Rückrunde die Chance.

Euer Stefan Witten

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